Die Ausgangslage

Johanna hat ihre Karriere im Performance Marketing begonnen und sich bei ihrem vorigen Arbeitgeber zum Marketing Lead hochgearbeitet. Vor zwei Jahren stieg sie bei einem B2B-Software-Startup als Head of Marketing ein, mit einem Gehalt von 90.000 €. Seitdem ist das Unternehmen stark gewachsen, auch dank der Erfolge ihres Marketing-Teams. Ihr Gehalt blieb in dieser Zeit gleich.

Der Grund war nicht fehlender Mut, sondern Rücksicht. Wegen der angespannten Wirtschaftslage fuhr das Unternehmen trotz Wachstum einen Sparkurs, und Johanna wollte mit einer Gehaltsforderung nicht zur Unzeit kommen. Nach einem starken ersten Quartal 2026 und mit einer Finanzierungsrunde in Aussicht entschied sie, das Gehaltsgespräch zu suchen.

Die Vorbereitung mit Nova Salary

Johanna kam früh auf uns zu, um ein besseres Gefühl für ihre Möglichkeiten und die richtige Herangehensweise zu bekommen. Vier Punkte standen im Mittelpunkt.

Timing. Johanna hatte gerade in Q1 geliefert, war sich aber unsicher, wann sie die Gehaltserhöhung ansprechen sollte. Sie hatte Sorge, dass ihre Forderung zum falschen Zeitpunkt kommt und das gute Verhältnis zu ihrer Vorgesetzten belastet. Gemeinsam haben wir entschieden, dass sie ihr Wunschgehalt möglichst bald platzieren sollte, und zwar noch vor Abschluss der Finanzierungsrunde.

Marktwert. Referenzwerte hatte Johanna bereits von Recruitern und Bekannten in ähnlichen Positionen. Zusammen mit den Marktdaten von Nova Salary ergab sich eine recht breite Spanne, die realistisch bis 130.000 € reichte. Da ihr Gehalt seit zwei Jahren stillstand und sie sehr gutes Feedback für ihre Leistung bekommen hatte, setzte Johanna ihren Anker am oberen Ende bei 130.000 €.

Argumente. Auf Basis ihrer Erfolge haben wir eine klare Begründung erarbeitet: eine Steigerung der monatlichen Leads um 160 % seit ihrem Antritt, der Ausbau des Marketing-Teams von zwei auf vier Personen und ein Rekordquartal in Q1, unter anderem durch die Erschließung neuer Zielgruppen, ein Projekt, das Johanna Ende des Vorjahres geleitet hatte.

Einwände des Arbeitgebers. Gemeinsam haben wir die Einwände ihrer Führungskraft antizipiert und starke Gegenargumente vorbereitet. So konnte Johanna im Gespräch schnell reagieren und fühlte sich bereit, die Verhandlung zu beginnen.

Über die gesamte Verhandlung hinweg blieben wir eng in Kontakt, tauschten uns laufend per WhatsApp aus und telefonierten vor den wichtigsten Gesprächen.

Wie die Verhandlung ablief

Johannas Gesprächspartnerin war durchgehend die CEO des Unternehmens, die zugleich ihre direkte Vorgesetzte ist.

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Bitte um das Gespräch. Johanna brachte ihr Anliegen in ihrem wöchentlichen 1:1 mit der CEO an und bat um einen Termin für ein Gehaltsgespräch.

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Gehaltsgespräch mit der Vorgesetzten - erste Forderung. Johanna eröffnete das Gespräch: sie fasste kurz ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg zusammen und nannte ihr Zielgehalt von 130.000 €. Die CEO erkannte ihre Leistung ausdrücklich an, sah aber maximal 100.000 € als möglich. Alles darüber bräuchte die Freigabe des Beirats, die die CEO durch die noch nicht abgeschlossene Finanzierung als unwahrscheinlich einschätzte. Im Anschluss hielt Johanna das Gespräch in einer kurzen schriftlichen Zusammenfassung fest.

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Zweites Gespräch mit der CEO - verbessertes Angebot. Johanna zeigte Verständnis für die Situation, wies aber darauf hin, dass die anstehende Finanzierungsrunde auch durch die starken Ergebnisse des Marketing-Teams möglich wurde. Sie bot an, ihre Erfolge und die Argumente so aufzubereiten, dass die CEO sie dem Beirat vorlegen kann. An ihrem Ziel von 130.000 € hielt sie fest, signalisierte aber Flexibilität: Einen Teil der Erhöhung würde sie auch in Form zusätzlicher Firmenanteile annehmen. Die CEO bat um Bedenkzeit und machte am nächsten Tag ein Angebot via E-Mail über 105.000 € Fixgehalt plus 20.000 € in Anteilen.

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Zweite Runde - neue Forderung. Im nächsten Gespräch bedankte Johanna sich für das verbesserte Angebot und antwortete: Mit 20.000 € in Anteilen war sie einverstanden und wolle 120.000 € Fixgehalt. Ihre Begründung war, dass der Wert von Anteilen weniger greifbar ist und sich nicht eins zu eins in Gehalt übersetzen lässt. Die CEO entgegnete, ein höheres Fixgehalt sei aktuell budgetär nicht möglich, und schlug vor, das Gespräch sonst nach Abschluss der Finanzierung fortzusetzen. Johanna wollte das Thema lieber zeitnah klären und bot im Gegenzug an, die Erhöhung erst nach Ende der Finanzierungsrunde wirksam werden zu lassen.

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Dritte Runde und Abschluss. Die CEO machte ein Angebot über 110.000 € Fixgehalt plus 20.000 € in Anteilen, gültig ab dem Folgemonat, und drängte zum Abschluss: ein sehr gutes Angebot, lass uns das festmachen. Johanna antwortete mit einem klaren Schlusszug. Bei 114.000 € Fixgehalt plus 20.000 € in Anteilen sage sie sofort zu und unterschreibe noch in derselben Woche. Die CEO schlug ein.

Was du daraus mitnehmen kannst

Nimm dir Bedenkzeit. Johanna hat nur im letzten Gespräch direkt auf das Gegenangebot ihrer Führungskraft reagiert. In den vorigen Gesprächen hat sie sich das Angebot aufgeschrieben, Bedenkzeit erbeten und einen neuen Termin vereinbart, um das Gespräch fortzuführen.

Nimm Gegenargumente ernst, aber lass sie dich nicht stoppen. Die nötige Beiratsfreigabe und unsichere Lage sind real, doch Johanna hat sie nicht als Schlusspunkt akzeptiert und Lösungsvorschläge gemacht. Sie hat die Lage anerkannt und trotzdem an ihrem Ziel festgehalten.

Ausdauer und Freundlichkeit schließen sich nicht aus. Über drei Runden blieb Johanna freundlich und sachlich, aber bestimmt. Diese Mischung bringt dich weiter als Druck.

Bewerte deine Vergütung als Gesamtpaket. Als beim Fixgehalt eine Grenze erreicht war, brachte Johanna Firmenanteile ins Spiel, um die Verhandlung fortzuführen ohne von ihrem Ziel abzuweichen. Du kannst außerdem Boni, Urlaubstage, Einmalzahlungen und deinen Verantwortungsbereich in die Verhandlung einfließen lassen.

Plane deinen Abschluss. Mit dem konkreten Angebot „114.000 €, dann unterschreibe ich diese Woche" gab Johanna der CEO einen guten Grund, sofort zuzustimmen, statt das Gespräch erneut zu vertagen.

Willst du diese Prinzipien in deiner nächsten Verhandlung anwenden? Wir bereiten dich individuell darauf vor.

Gespräch vereinbaren

Ich hatte echt Vorbehalte, das Gehaltsgespräch zu führen. Ich hab ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Chefin, das ich nicht durch eine zu hohe Forderung belasten wollte. Die Gespräche mit Nova Salary haben mir geholfen, eine neue Sichtweise auf die Verhandlung zu bekommen. Ich bin super happy mit dem Ergebnis!

Das Ergebnis

Johanna ist weiterhin in dem Job, der ihr großen Spaß macht, und hat ihr Wunschgehalt mit 134.000 € (114.000 € Fixgehalt + 20.000 € Unternehmensanteile) sogar übertroffen. Die Verhandlung zog sich über mehrere Wochen und fiel ihr zeitweise schwer. Umso stolzer ist sie, dass sie für sich eingestanden ist, ohne die Beziehung zu ihrer Vorgesetzten zu belasten.